Die Ausbau- bzw. Umzugspläne beim TSV 1860 München werden ja schon seit einiger Zeit mit mehr oder weniger großer Vehemenz diskutiert. Nun scheint's aber ernst zu werden: Präsident Wildmoser hat es sich partout in den Kopf gesetzt, einen kompletten Umzug ins Stadion seines eigentlichen Heimatvereins FC Bayern (dort ist er ja bekanntlich Mitglied!) durchzusetzen.Damit stößt er mittlerweile auf erbitterten Widerstand der angestammten Fan-Szene, die sich nun in einer "Faninitiative Sechz'ger Stadion" organisiert hat. Von Fan-Seite aus wird vehement der Umbau des Stadions an der Grünwalder Straße gefordert, wobei uns als Gästefans allerdings ein Passus unangenehm auffiel, wo der Umbau der (Gäste-) Ostkurve in einen "Sitzplatzdoppeldecker mit ca. 4.000 Sitzplätzen, ca. 400 Logenplätzen und ca. 3.000 seitlichen, unüberdachten Stehplätzen" gefordert wird. Finden wir nicht sehr gastfreundlich.Auf jeden Fall macht sich Wildmoser mit seinen Sprüchen, von denen dort zwei zitiert sind, gerade bei den Anhängern unbeliebt, die dem Verein in 10 bitteren Bayernligajahren die Treue gehalten haben. Ob er diese Machtprobe durchstehen wird, scheint ungewiß. Die Fan-Ini hat es jedenfalls mit ihren Aktionen geschafft, die eigene Szene sowie die interressierte Öffentlichkeit für das Problem zu sensibilisieren. So hingen beim Spiel gegen Uerdingen 25 verschiedene Protesttransparente im Stadion. Und am 01.04., vor dem Spiel gegen Dresden, zog ein Demonstrationszug vom Sendlinger Tor zum Stadion. Trotz einer fingierten Falschmeldung (von wem die wohl kam ...), die Demo wäre abgesagt, fanden sich bei ziemlichem Schietwetter an die 1.500 Leute zusammen. Lob gab's nur von der Polizei, alles blieb friedlich, die Medien machten natürlich alles nieder, sprachen von nur 200 Teilnehmern. Kommentar Wildmoser: "Die sollen lieber vor'm Rathaus demonstrieren." Völliger Blödsinn, denn die Stadt wartet nur auf ihn, da er die Umbauverhandlungen im Frühjahr '94 abgebrochen hatte. Wir sind gespannt, wie sich die Geschichte weiter entwickelt, und wünschen den Löwen viel Glück, denn was der Verlust seines heimischen Stadions (Identität, Stimmung etc.) ausmacht, mußte ja auch der FC St. Pauli in der Saison 77/78 erleben, als man sofort wieder aus der ersten Liga abstieg. Wenn die Ostkurve dann auch noch ein Dach für die Gästefans übrig hätte, wären auch wir zufrieden. Kontakt:
SBP.S.: Die Demo wurde von den Medien (ohne mit der Fan-Ini zu sprechen) übrigens als "erste Fan-Demo in Deutschland" bezeichnet, was nicht nur angesichts der Anti-Sitzplatz-Demo beim DFB im November Quatsch ist (remember Anti-Sport Dome-Demo 1989!!!) |
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